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Wie Lange Dauert Eine Vakuumtherapie

MEDIZIN: Originalarbeit

Vakuumtherapie von Wunden

Systematische �bersicht randomisierter kontrollierter Studien

Negative Pressure Wound Therapy�Systematic Review of Randomized Controlled Trials

; Sauerland, Stefan

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Hintergrund: Mit der Vakuumtherapie (�negative pressure wound therapy�, NPWT) deckt man Wunden luftdicht ab und sorgt f�r einen Unterdruck, der sich g�nstig auf dice Heilung auswirken soll. Das Ziel dieser systematischen �bersicht ist es, die bisher vom Institut f�r Qualit�t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) publizierten Daten zur Evaluierung der NPWT zu aktualisieren.

Methode: Es wurde eine systematische Recherche in den Datenbanken PubMed und der Cochrane Library durchgef�hrt. Eingeschlossen in die Auswertung wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) an Patienten mit akuten und chronischen Wunden, dice mit einem Vakuumversiegelungssystem behandelt worden waren. Prim�rer Endpunkt war der komplette Wundverschluss.

Ergebnisse: Ausgehend von zw�lf bereits in fr�heren IQWiG-Berichten eingeschlossenen RCTs wurden neun neue RCTs identifiziert. In f�nf der neun neuen Studien wurde �ber nichtkommerzielle NPWT-Systeme berichtet. Der Anteil der Patienten mit einem kompletten Wundverschluss wurde in f�nf der neun neuen Studien genannt; er lag zwischen 31 % und xc %. Nur in zwei Studien wurde ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Vakuumtherapie und konventioneller Behandlung berichtet. Ein hohes Verzerrungspotenzial bei acht der neun neuen Studien und eine erhebliche diagnostische Heterogenit�t erschweren die Interpretierbarkeit der Ergebnisse.

Schlussfolgerungen: Wenngleich NPWT m�glicherweise einen positiven Effekt auf dice Wundheilung hat, gibt es keine sicher belegten Vorteile oder Nachteile gegen�ber der konventionellen Wundbehandlung. RCTs mit guter methodischer Qualit�t sind zur Evaluierung des Verfahrens weiterhin notwendig.

LNS LNS

Die Vakuumtherapie (�negative pressure wound therapy�, NPWT) ist ein geschlossenes Wundversorgungssystem insbesondere f�r gro�due east chronisch persistierende und akut komplizierte Wunden (i, 2). Das System besteht aus einer elektronisch steuerbaren Pumpe und einem drainierenden Schaumstoffwundverband. Mittels einer luftdichten Abdeckung durch eine Klebefolie wird ein regulierbarer Unterdruck aufgebaut. Dice NPWT sorgt f�r das Abflie�en des Wundsekrets und soll die Durchblutung und den Heilungsprozess der Wunde f�rdern.

Das Ziel dieser systematischen �bersicht ist eine Aktualisierung der bisher vom Institut f�r Qualit�t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ver�ffentlichten systematischen �bersichten (3�five) zur Vakuumtherapie. Ziel dieser Berichte war die Evaluierung der Wundheilung und unerw�nschter Ereignisse nach Vakuumtherapie im Vergleich zur konventionellen Wundbehandlung bei Patienten mit akuten oder chronischen Wunden.

Methode

Dice Berichterstellung dieser systematischen �bersicht erfolgte unter Beachtung der Prinzipien des PRISMA-Statements (e1).

Einschlusskriterien

Es wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zu Patienten mit akuten und chronischen Wunden in die Untersuchung eingeschlossen. Auf die Evaluierung von nichtrandomisierten Studien wurde aufgrund der in den letzen Jahren steigenden Zahl von RCTs verzichtet. Pr�fintervention war die Vakuumtherapie. Neben kommerziellen wurden � wie auch in den vorausgegangenen Berichten � Studien eingeschlossen mit nichtkommerziellen Systemen, bei denen der Unterdruck beispielsweise �ber eine Saugpumpe f�r Thoraxdrainagen, eine zentrale Vakuumanlage oder Redon-Flaschen erzeugt wird. Vergleichsbehandlung war der konventionelle Wundverband, in der Regel ein mit physiologischer Kochsalzl�sung angefeuchteter Gaze-Verband. Eine Mindestanzahl von Patienten pro Studie wurde nicht festgelegt. Eine Beschr�nkung der Sprache und auf bestimmte Publikationsjahre wurde nicht vorgenommen. Artikel in nichtenglischer oder nichtdeutscher Sprache wurden jedoch nur dann ber�cksichtigt, wenn die Bewertung der entsprechenden Studien durch verf�gbare �bersetzungen m�glich war.

Suchstrategie

Im Unterschied zu den fr�heren IQWiG-Berichten wurde ausschlie�lich nach RCTs gesucht (3, 4). Dazu wurde eine vereinfachte Suchstrategie angewendet (eTabelle ane gif ppt), mit der am 07.xi.2010 in PubMed und Clinical Trials der Cochrane Library alle zw�lf bisher einbezogenen RCTs identifiziert werden konnten. Auf dice Suche in EMBASE und CINAHL wurde verzichtet, weil dice fr�heren Suchen keine zus�tzlichen relevanten Treffer erbracht hatten (six). Die Treffer in beiden Datenbanken wurden in EndNote X3 (Thomson Reuters) importiert, Duplikate wurden manuell entfernt.

In den elektronischen Studienregistern ClinicalTrials.gov (URL: http://clinicaltrials.gov/; Registriernummer: NCT gefolgt von eight Ziffern) und International Standard Randomised Controlled Trial Number Register (URL: www.controlled-trials.com/; Registriernummer: ISRCTN gefolgt von 8 Ziffern) wurde am 15.01.2011 mit folgenden Suchw�rtern nach abgeschlossenen Studien und Studien in Durchf�hrung gesucht: �vacuum assisted closure�; �vac�; �negative pressure level wound therapy�; �npwt�.

Studienauswahl

Zuerst wurden anhand des Titels und der Abstracts Artikel ausgeschlossen, wenn in dem entsprechenden Beitrag nicht �ber die Vakuumtherapie berichtet wurde oder wenn das Studiendesign eindeutig nicht randomisiert war. Die �brig gebliebenen Arbeiten wurden in einem zweiten Schritt anhand der Volltexte gepr�ft. Ausschlussgr�nde wurden f�r jede einzelne Studie intern dokumentiert. Alle Schritte der Studienauswahl wurden von zwei Personen unabh�ngig voneinander durchgef�hrt. Unterschiedliche Ansichten wurden diskutiert, bis eine gemeinsame Entscheidung getroffen werden konnte.

Verzerrungspotenzial

Das Risiko f�r eine Verzerrung innerhalb der Studien wurde anhand der in Tabelle 1 (gif ppt) genannten Kriterien untersucht. Die Bejahung in allen f�nf Kategorien wurde f�r dice Einstufung eines niedrigen Verzerrungspotenzials vorausgesetzt. Der m�gliche Einfluss von Publikationsbias wurde gepr�ft, indem der Umfang abgebrochener Studien aus Vorarbeiten aus dem Jahr 2006 (6) aktualisiert wurde.

Sammlung und Analyse der Daten

Alle Schritte der Datenextraktion wurden von einer Person (Frank Peinemann) durchgef�hrt und von einer zweiten Person (Stefan Sauerland) �berpr�ft. Unterschiedliche Ansichten wurden nach einer Diskussion konsentiert. Die Ergebnisse wurden deskriptiv analysiert. Studiencharakteristika wurden entsprechend der Tabelle 2 (gif ppt) extrahiert.

Als prim�rer Endpunkt galt der vollst�ndige Wundverschluss, eine Variable, die als rohe Rate und auch als Sch�tzwert einer Kaplan-Meier-Analyse verwendet wurde. Der vollst�ndige Wundverschluss ist in der Empfehlung der U.Due south. Food and Drug Administration (FDA) aus dem Jahr 2006 (seven) definiert: Reepithelialisierung der Haut ohne Bedarf f�r Drainage oder Verband. Auf eine Metaanalyse wurde aufgrund der Heterogenit�t der Prim�rstudien verzichtet.

Als sekund�re Endpunkte wurden dice folgenden Zielgr��en definiert:

  • unerw�nschte Ereignisse, wie beispielsweise

� Mortalit�t

� sekund�re Amputationen

� Fistelbildung

� Wundinfektionen

  • Dauer bis zum vollst�ndigen Wundverschluss
  • Reduktion der Wundgr��e
  • gesundheitsbezogene Lebensqualit�t.

Ergebnisse

Literatursuche

Nach Ausschluss der Duplikate verblieben 176 der insgesamt 249 importierten Referenzen. Bei 137 Literaturzitaten konnte human being bereits anhand von Titel und/oder Abstrakt erkennen, dass die Einschlusskriterien nicht erf�llt waren (eGrafik gif ppt). Weitere 30 potenziell relevante Artikel wurden nach Sichtung der Volltexte ausgeschlossen. In der aktualisierten Recherche wurden insgesamt neun neue RCTs identifiziert (8�xvi). In f�nf der neun neuen RCTs wurde �ber nichtkommerzielle Systeme berichtet (12�16). Insgesamt liegen damit nun 21 RCTs zur Fragestellung vor: 7 (e2�e8) aus dem IQWiG-Abschlussbericht N04�03 (iii), 5 RCTs in 4 Artikeln (e9�e12) aus dem IQWiG-Rapid-Written report N06�02 (4) und 9 RCTs aus der aktualisierten Recherche.

Basisdaten

Eine �bersicht �ber die Studiencharakteristika zeigt Tabelle 2. Das mittlere Alter der �berwiegend grand�nnlichen Teilnehmer lag mehrheitlich �ber 50 Jahre. Die mittlere Wundfl�che war in allen Studien mit differenzierter Angabe in der Pr�fgruppe numerisch geringf�gig h�her als in der Kontrollgruppe. Detaillierte Beschreibungen der Ein- und Ausschlusskriterien, der Pr�ftherapien, der Vergleichsbehandlungen, der analysierten Endpunkte und ihren jeweiligen Definitionen sind in den eTabellen 2 (gif ppt) und iii (gif ppt) zu finden. Komorbidit�10 wurden in den meisten Studien nicht berichtet. Die Studien untersuchten sehr unterschiedliche Arten von akuten und chronischen Wunden (eTabelle 4 gif ppt).

Verzerrungspotenzial

Das Verzerrungspotenzial state of war bei acht von neun Studien hoch (Tabelle 1). Die Bedingungen der Generierung der Randomisierungssequenz und der Verdeckung der Gruppenzuteilung blieb in einigen Studien unklar, eine Zuteilung der Patienten auf die Behandlungsgruppen nach dem Zufallsprinzip state of war damit in diesen Studien nicht nachvollziehbar dargestellt. Eine verblindete Endpunkterhebung war trotz vorhandener Durchf�hrbarkeit in acht von neun Studien nicht berichtet oder blieb unklar. Es sollte betont werden, dass Ergebnisse aus unverblindeten Studien im Zusammenhang mit der Erhebung von Lebensqualit�t einem besonders hohen Verzerrungspotenzial ausgesetzt sind. Nur eine der Studien erf�llte gleichzeitig alle f�nf Kategorien, die f�r ein niedriges Verzerrungspotenzial vorausgesetzt wurden. Bei sechs der neun neuen Studien wurden bis zu 20 % der randomisierten Patientendaten nicht in der Auswertung ber�cksichtigt und es lag somit keine advertisement�quate �intention-to-treat�(ITT)-Analyse vor.

Die Nachforschungen zum Publikationsbias ergaben, dass in Erg�nzung zu den f�nf bereits berichteten abgebrochenen RCTs vier weitere abgebrochene RCTs identifiziert werden konnten: NCT00121537, NCT00691821, NCT00837096 und NCT01108276.

Als Gr�nde f�r den Abbruch der Studien waren angegeben:

  • fehlende �bereinstimmung mit Einschlusskriterien
  • Ausscheiden von Patienten
  • geringe Rekrutierung
  • �nderungen der klinischen Praxis
  • Fehler in der Studienplanung.

Dar�ber hinaus wurden unter den registrierten Studien acht randomisierte kontrollierte Studien identifiziert, dice gerade durchgef�hrt wurden (NCT00582179, NCT00582998, NCT00635479, NCT01200563, NCT01191567, NCT00548314 und NCT00789659).

Prim�rer Endpunkt

Der Anteil an Patienten mit einem kompletten Wundverschluss wurde in nur f�nf der neun neuen Studien berichtet (8, 12�15) (Tabelle 3 gif ppt). In vier Studien war der Unterschied zwischen den Gruppen statistisch nicht signifikant. Nur in zwei Studien wurde ein statistisch signifikanter Effekt zugunsten der Vakuumtherapie dargestellt (15).

Sekund�re Endpunkte

Die Zeit bis zum Wundverschluss wurde in vier der neun neuen Studien berichtet (eight, 13, xiv, 16) (Tabelle iv gif ppt). In drei Studien war der Unterschied zwischen den Gruppen statistisch signifikant zum Vorteil der NPWT (8, 14, xvi), und in einer Studie state of war der Unterschied nicht statistisch signifikant (13). Die Wundgr��e state of war in einer von neun neuen Studien statistisch signifikant zugunsten der NPWT reduziert (viii).

Unerw�nschte Ereignisse wurden in acht von neun neuen Studien (8, ix, eleven, 12) untersucht. Statistisch signifikante Unterschiede zugunsten der Vakuumtherapie wurden in drei Studien berichtet hinsichtlich: sekund�rer Amputationen (8), dem Anteil tiefer Wundinfektionen (xi) und der Charge per unit sekund�rer Operationen (14).

Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen waren hinsichtlich der Mortalit�tsrate (viii, 12, 15, sixteen) statistisch nicht signifikant. Diese Beobachtung gilt mehrheitlich auch f�r die Wundkomplikationsrate in vier Studien (8, 9, 12, 13).

Mit Hilfe von Frageb�gen wurde in einer Studie (11) die gesundheitsbezogene Lebensqualit�t untersucht. Das Ergebnis zum physischen Bereich (nach der Therapie) state of war statistisch signifikant besser in der NPWT-Gruppe, das Resultat zum psychischen Befinden war hingegen vergleichbar.

In einer weiteren Studie war die Angst vor der Behandlung, beispielsweise wegen potenzieller Schmerzen, in der Vakkumtherapie-Gruppe statistisch signifikant h�her als in der Kontrollgruppe (ten).

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die qualitativen Ergebnisse aller 21 einbezogenen randomisierten kontrollierten Studien jewel�� der Endpunkte der vorliegenden systematischen �bersicht zeigt Tabelle v (gif ppt). Die quantitativen Ergebnisse der �lteren zw�lf in IQWiG-Berichten eingeschlossenen RCTs k�nnen den entsprechenden Publikationen (3, 4) entnommen werden, die Ergebnisse der neun neuen RCTs sind in den Tabellen three und four zu finden.

Diskussion

Prim�rer Endpunkt: Kompletter Wundverschluss

Dice Ergebnisse zum kompletten Wundverschluss sind nicht einheitlich und eine �berlegenheit der NPWT im Vergleich zur Kontrollbehandlung l�sst sich nicht sicher ableiten. In einigen Studien wurden Effekte zugunsten der NPWT berichtet, ohne dass in anderen Studien gegensinnige Effekte nachweisbar waren. Auch andere systematische �bersichten kommen daher aktuell zu dem Schluss, dass der zus�tzliche Nutzen der Vakuumtherapie im Vergleich zu anderen Wundbehandlungskonzepten nicht sicher belegt ist (17, xviii).

Sekund�re Endpunkte

Zeit bis zum Wundverschluss � F�r den Endpunkt �Zeit bis zum Wundverschluss� wurden mehrheitlich Effekte zugunsten der NPWT-Gruppe berichtet. Messung und Auswertung unterscheiden sich jedoch zwischen den Studien erheblich, wobei vor allem die nicht verblindete Erhebung dieses Endpunkts problematisch ist. Auch untersuchten die meisten Studien nicht, ob eine erfolgreich verheilte Wunde auch tats�chlich dauerhaft verschlossen blieb. Die Estimation der Ergebnisse fifty�sst daher Schlussfolgerungen zum Vorteil der einen oder anderen Behandlung nicht zu.

Unerw�nschte Ereignisse � Dice Ergebnisse zu unerw�nschten Ereignissen waren nicht einheitlich. F�r einige spezifische Komplikationen, wie beispielsweise f�r sekund�re Amputationen, wurden statistisch signifikante Effekte zugunsten der NPWT-Gruppe berichtet, wohingegen f�r eine Reihe anderer Ereignisse kein statistisch signifikanter Unterschied nachgewiesen wurde. Gegensinnige Ergebnisse im Sinne eines statistisch signifikanten Effekts zum Nachteil f�r die NPWT-Gruppe wurden nicht dargestellt.

Die Differenz zwischen der Anzahl der in den Studien untersuchten Patienten und der Anzahl der weltweit behandelten Patienten wird in der Abbildung der unerw�nschten Ereignisse besonders deutlich. Die Daten aus den RCTs sind f�r eine Evaluation der H�ufigkeit unerw�nschter Ereignisse nur bedingt geeignet. Angemessener due west�re es, wenn ausreichend gro�e RCTs durchgef�hrt westward�rden.

Die FDA berichtete m�rzlich �ber sechs Todesf�lle und 77 sonstige Komplikationen, dice innerhalb von zwei Jahren im Zusammenhang mit der Vakuumtherapie, gemeldet wurden (19). Alle Todesf�lle waren durch akute Blutungen verursacht, wobei bekannte Kontraindikationen zur NPWT (zum Beispiel gro�es Gef�� im Wundbereich) offenbar missachtet worden waren. Viele der Todesf�lle ereigneten sich in der ambulanten Versorgung oder in Pflegeheimen, was die Notwendigkeit einer Therapie�berwachung unterstreicht. In diesem Zusammenhang kann darauf hingewiesen werden, dass dice Studien zur NPWT in der Regel im Krankenhaus durchgef�hrt wurden.

Verzerrungspotenzial

Von neun eingeschlossenen randomisierten kontrollierten Studien haben acht ein hohes Verzerrungspotenzial, das die Aussagekraft der Ergebnisse zu den jeweils berichteten Endpunkten einschr�nkt. Die Schwierigkeiten der Machbarkeit von RCTs und das F�r und Wider zum Einschluss von nichtrandomisierten Studien bei der Bewertung von Medizinprodukten und von chirurgischen Ma�nahmen wurden ausf�hrlich thematisiert (e13, e14).

Heterogenit�t

Es f�llt auf, dass die Studien zu den kommerziellen NPWT-Systemen fast ausschlie�lich aus den USA kommen. In den Schwellenl�ndern scheinen dice kommerziellen Systeme kaum finanzierbar zu sein, then dass dort aus teilweise sehr einfachen Materialien eigene NPWT-Systeme entwickelt wurden, die nun in Studien erprobt werden. Dieses breite Spektrum der NPWT-Systeme erschwert die Interpretation der Daten erheblich, auch wenn noch weitgehend unklar ist, ob sich kommerzielle und nichtkommerzielle NPWT-Systeme tats�chlich unterscheiden. Die Therapie in der Vergleichsgruppe (konventionelle Wundverb�nde) ist ebenfalls nicht einheitlich zwischen den Studien definiert, was vermutlich mit der Verschiedenheit der Patientenkollektive zusammenh�ngt. Auch dies kann eine Heterogenit�t zwischen den Studien bedingen und die Vergleichbarkeit der Studienergebnisse einschr�nken.

Publikationsbias

Die Vakuumtherapie wurde laut Internetseite des Herstellers KCI (August 2010) mehr als drei Millionen Patienten verordnet, und es wurden etwa 600 Peer-Review-Artikel dazu ver�ffentlicht. Neben der insgesamt geringen Anzahl von randomisierten kontrollierten Studien ist es daher erstaunlich, dass trotz der H�ufigkeit akuter und chronischer Wunden und der gro�en Verbreitung der Vakuumtherapie eine erhebliche Anzahl von Studien offenbar wegen Rekrutierungsproblemen abgebrochen werden musste. Auch wenn einzelne der geplanten randomisierten kontrollierten Studien anscheinend gar nicht begonnen oder kurz nach Beginn abgebrochen wurden, north�hrt das Vorhandensein nichtpublizierter randomisierter kontrollierter Studien Zweifel an der Vollst�ndigkeit der f�r die Nutzenbewertung der NPWT verwendbaren Daten.

Res�mee

Studienpool

Da die NPWT bei Wunden unterschiedlichster �tiologie, Chronizit�t, Gr��e und Lokalisation eingesetzt wird, unterscheiden sich die Studien erheblich in der Auswahl und Definition der Endpunkte. Allein aus diesem Grund ist die Sinnhaftigkeit einer quantitativen Zusammenfassung aller Studien fragw�rdig. Untersuchungen mit Ergebnissen zur Wundheilung berichten mehrheitlich �ber Vorteile der NPWT. Dice Resultate sind teilweise auch durch statistisch signifikante Effekte hinsichtlich des prim�ren Endpunkts �kompletter Wundverschluss� und der sekund�ren Endpunkte �Zeit bis zum kompletten Wundverschluss�, �Reduktion der Wundgr��e� und �Amputationen� unterst�tzt.

Die Resultate zur Gesamtmortalit�t und zu den gesamten unerw�nschten Ereignissen sind widerspr�chlich. Die Gesamtmortalit�t umfasst vermutlich einen nennenswerten Anteil von Todesursachen, die nicht auf die Behandlung zur�ckzuf�hren sind. Die einzelnen unerw�nschten Ereignisse werden zu selten und inkonsistent berichtet, um daraus Schlussfolgerungen ziehen zu chiliad�nnen. Ferner ist die gesamte Gruppe der unerw�nschten Ereignisse sehr heterogen. Die wenigen Ergebnisse zur Lebensqualit�t beschr�nken sich teilweise lediglich auf den Endpunkt �Angst�. Das Auftreten von Schmerzen (insbesondere beim Verbandwechsel) wurde nur von einigen wenigen Studien untersucht.

Der vorliegende Studienpool von immerhin 21 RCTs reicht immer noch nicht f�r eine eindeutige Kl�rung der Frage, ob dice NPWT der konventionellen Wundbehandlung �berlegen ist. Dice mangelnde Interpretierbarkeit der RCTs wird im Wesentlichen bedingt durch einerseits die Heterogenit�t der diversen Indikationen f�r eine NPWT und andererseits durch die erheblichen qualitativen und quantitativen M�ngel der Studien.

Ausblick

Dice gesetzlichen Krankenversicherungen haben im Juli 2010 gemeinsam zwei randomisierte kontrollierte Studien zur NPWT ausgeschrieben (20, e15). In den beiden ausgew�hlten Indikationsgebieten, diabetischer Fu� und iatrogene Wunde, soll jeweils eine geeignet gro�due east Zahl von Patienten zuf�llig der NPWT oder einer konventionellen Wundbehandlung zugeordnet werden. In diese Studien wird dice Hoffnung gesetzt, dass sie dice Evidenz erg�nzen thou�nnen, dice f�r eine Entscheidung noch zus�tzlich erforderlich ist. Dar�ber hinaus wurden weitere acht registrierte RCTs, die sich in der Durchf�hrung befinden, identifiziert.

Fazit

Obgleich NPWT thou�glicherweise einen positiven Effekt auf dice Wundheilung hat, gibt es keine sicher belegten Vor- oder Nachteile gegen�ber der konventionellen Wundbehandlung. RCTs mit guter methodischer Qualit�t sind weiterhin notwendig.

Interessenkonflikt
Die Autoren erkl�ren, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Diese Arbeit wurde vom IQWiG Institut f�r Qualit�t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen global environment facility�rdert.

Manuskriptdaten
eingereicht: 10. 9. 2010, revidierte Fassung angenommen: 7. 2. 2011

Anschrift f�r die Verfasser
Dr. med. Frank Peinemann, Chiliad.Sc.
IQWiG Institut f�r Qualit�t u. Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Dillenburger Stra�eastward 27
51105 One thousand�ln
frank.peinemann@iqwig.de

Summary

Negative Pressure Wound Therapy�Systematic Review of Randomized Controlled Trials

Background: In negative-force per unit area wound therapy (NPWT), a wound is covered with an airtight dressing, and negative pressure level is applied. This is thought to promote healing. We evaluated NPWT with an updated, systematic review of the literature.

Methods: We systematically searched the PubMed and Cochrane Library databases for randomized, controlled trials (RCTs) of NPWT for the treatment of acute or chronic wounds. The master issue was complete wound closure.

Results: We plant reports of nine RCTs in add-on to the 12 covered by earlier IQWiG reviews of this topic. Five of the nine new trials involved NPWT systems that are non on the market. The frequency of complete wound closure is stated in only 5 of the 9 new reports; a statistically pregnant effect in favor of NPWT was found in only 2 trials.The results of viii of the 9 new trials are hard to interpret, both considering of credible bias and because various types of wounds were treated.

Conclusion: Although there may be a positive effect of NPWT, we did non find clear evidence that wounds heal any meliorate or worse with NPWT than with conventional handling. Proficient RCTs are all the same needed to evaluate NPWT.

Zitierweise
Peinemann F, Sauerland S: Negative pressure wound therapy�systematic review of randomized controlled trials. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(22): 381�9. DOI: ten.3238/arztebl.2011.0381

@Mit �e� gekennzeichnete Literatur:
world wide web.aerzteblatt.de/lit2211

The English language version of this commodity is available online:
www.aerzteblatt-international.de

eGrafik und eTabellen:
www.aerzteblatt.de/11m0381

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Institut f�r Qualit�t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), M�ln:
Dr. med. Peinemann, K.Sc., PD Dr. med. Sauerland, MPH

Kernaussagen

Tabelle 1

Tabelle two

Tabelle 3

Tabelle iv

Tabelle 5

eTabelle one

eTabelle 2

eTabelle three

eTabelle 4

eGrafik

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